Analyse · Es ist nun fast schon zehn Jahre her, dass die Lilanen aus Osnabrück in der Arena antreten mussten. Am 27.2.2011 gewannen die Rotweißen mit 2:1 – unrühmlicher Vorfall: Der Idiot aus dem Block, der einen Fotografen per Polenböller ins Krankenhaus bombte. Matchwinner war ein gewisser Herr Rösler … Sascha mit Vornamen. Der VfL musste am Ende in die Relegation, konnte sich gegen Dresden nicht durchsetzen und ging in die dritte Liga. Weil sie erst zur Saison 2019/20 wieder aufstiegen, blieb ihnen die Reise nach Düsseldorf erspart – bis morgen. Erstaunlich gut machen sich Osnabrücker in dieser Spielzeit; momentan stehen sie mit 19 Punkten auf dem 5. Platz. Erst zweimal haben sie verloren – allerdings in den letzten vier Spielen. [Lesezeit ca. 3 min]

Und eigentlich handelt es sich um ein eher unauffälliges Team ohne herausragende Stärken oder eklatante Schwächen. Bei ihren Erfolgen waren sie nie deutlich überlegen, ihre Niederlagen waren nie das Ergebnis von Pech.

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Der Matchplan

Diese Analyse des Gegners bieten den Coaches die seltene Gelegenheit, einen Spielplan mit wenig Rücksicht auf die Mannschaft aufzustellen, gegen die es geht. Zumal es für die Fortuna ohnehin mehr darum geht, die gute spielerische Leistung vom Wochenende in Karlsruhe zu verlängern, um, ja, vielleicht eine kleine Siegesserie zu starten. Das bedeutet, dass F95 es offensiv ordentlich krachen lassen könnte, weil die Mannschaft auf einer enorm soliden Defensive aufbauen kann. Um es abzukürzen: Die sechs Mittelfeldmänner und Stürmer sollten alle Register ziehen und Chancen auf verschiedenen Wegen kreieren: über Außen, nach Dribblings zentral, durch Fernschüsse und durch Provozieren von Standardsituationen. So einfach sieht’s aus.

Das System und die Aufstellung

Gegenüber der Partie im Wildpark wird eine Umstellung erzwungen: Flo Kastenmeier muss nach seinem Gefühlsausbruch einmal aussetzen, aber mit einem Raphael Wolf in der Hütte braucht man sich an dieser Stelle keine großen Sorgen zu machen. Weil die Fortuna deutlich offensiver auftreten sollte und könnte, spricht vieles für ein 4-3-3, also einem Auftritt mir drei Stürmern. Diese drei Offensivlinge haben idealerweise ganz unterschiedliche Kompetenzprofile. Da wäre auf jeden Fall Rouwen Hennings als Knipser, der auch für das Einlochen von Frei- und Strafstößen gut ist. Anstelle des bisweilen verhaltensauffälligen Kenan Karaman könnte endlich Dawid Kownacki als variabler Stürmer, der alles kann, also vom Außenstürmer über einen Zehner bis zum Vollstrecker, von Beginn an ran. Und als weniger filigran agierender dritter Mann auf links kommt nur Kristoffer Peterson in Frage, der auf einem wirklich guten Weg ist.

Das Dreiermittelfeld muss zwingend die Spur von Karlsruhe weiterverfolgen. Heißt: Die Kombi aus Eddie Prib, Alfredo Morales und Shinta Appelkamp bietet auch in dieser Zone ein Maximum an Flexibilität, weil auch hier drei sehr unterschiedliche Spielertypen zugange wären. Bleibt es beim 4-4-2 rückt eben Peterson eine Ebene zurück; auch das würde passen. Bleibt die Viererkette, in der sich Luka Krajnc durch seinen Auftritt beim KSC unverzichtbar gemacht hat. Den einzigen F95-Kicker, den Ihr Ergebener beim Auswärtssieg vermisst hat, war Christoph Klarer. Den von Beginn an auf den Rasen zu bringen, wäre auf zwei Wegen möglich: entweder als rechter AV anstelle des irgendwie leicht müde wirkenden Matthias Zimmermann oder rotierend mit Andre Hoffmann, der zwar auch keine Schwächen zeigte, aber vielleicht ja auch später eingewechselt werden kann. Daraus ergibt sich folgende mögliche Startaufstellung:

So könnte das ein 4-3-3 gegen Osnabrück aussehen

Von der Bank könnten im Verlauf der Partie am ehesten Cello Sobottka (zum Beispiel für Morales oder Prib), Kuba Piotrowski (ebenfalls für Morales oder Prib) und Kelvin Ofori (für Appelkamp) kommen. Auch ein Wechsel von Kownacki zu Karaman ist vorstellbar.

Der Tipp

Ihr erstaunlich ergebener Fortuna-Freund hat das sichere Gefühl, dass die Jungs mit dem F95 über dem Herzen am Mittwoch das Fluchtlichtspiel gegen den VfL Osnabrück gewinnen werden. Er geht davon aus, dass es ähnlich viele Chancen wie gegen den KSC geben wird, dass aber nicht so viele davon so blöd versemmelt werden. Die Osnabrücker werden durch den obligatorischen Elfer auf einen Treffer kommen, den Fortunen traut der Ergebene sage-und-schreibe VIER Stück zu. Und jetzt: Alle mal grinsen.

4 Kommentare

  1. Na ja, Rösler hat ja schon angekündigt, zu rotieren. Vermute mal, er meint das Spiel am Mittwoch, vielleicht auch Samstag. Mit der Elf aus Karlsruhe wäre ich optimistisch (wenn ich auch nicht an 4:1 glaube).

    Aus der langjährigen Erfahrung heraus warte ich mal ab. Und behalte den “neutralen” VAR im Hinterkopf.

  2. Der Artikel erwärmt das Herz und gegrinst wurde auch aber wir sind nicht Fortuna wenn alles so glatt gehen würde

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