Analyse · .Seit etwas über 20 Jahren besteht eine besondere Beziehung zwischen unserer Fortuna und dem FC St. Paul. Es begann mit einer Menge persönlicher Freundschaften zwischen Leuten, die zufällig auch Anhänger ihres jeweiligen Clubs waren. Reisen zum Millerntor wurden immer populärer, bis Auswärtsspiele dort leider Event-Charakter bekamen. Viel interessanter waren eigentliche die Spiele selbst, deren Ergebnisse zwischen begeisternden Remis’, kleinen F95-Siegen und schlimmen Klatschen oszillierten. Dieses Jahr kommen die Paulianer nicht in die Spur, und keiner weiß so recht, warum. [Lesezeit ca. 3 min]

So wie die Dinge liegen – und das nicht nur wegen der Tabellenplätze – fahren die Fortunen dieses Mal als Favoriten an den Hamburger Hafen. In der Liga gab’s für den FCSP nur Niederlagen und Unentschieden, ein Sieg im Freundschaftsspiel gegen Bremen macht die Bilanz auch nicht schöner. Das Team von Uwe Rösler und seinen Co-Trainern hat dagegen einen – seien wir ehrlich: unerwarteten – Lauf. Nachdem es in Karlsruhe spielerisch ganz appetitlich aussah, überzeugte beim Heimsieg gegen Osnabrück vor allem die Defensive.

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Der Matchplan

Das bringt Ihren Ergebenen dazu, einen Matchplan weniger am Gegner als am aktuellen Fortschritt auszurichten. Nun ist weder zu erwarten, dass die Pauli-Kicker stürmen als gäb’s kein Morgen, auch ein hohes, aggressives Pressing ist kaum zu erwarten, was die Möglichkeiten für Konter ziemlich reduziert. Also müssen die Jungs nördlich der Viererkette in der Offensive besonders schlau agieren – konkret: variantenreich. Neben den gewohnten Flanken von außen in “die Box” sollten also Doppelpassaktionen in der Zentrale, Dribblings zu den Ecken des Sechzehners und Fernschüsse gehören.

Dass unsere Defensive hinten dicht machen kann und wird, davon kann man getrost ausgehen.

Das System und die Aufstellung

Das spricht – so sich die Coaches nicht doch für eine Dreierkette entscheiden – für ein 4-3-3, also ein System mit drei echten Stürmern, die verschiedene Rollen spielen und sich flexibel auf ihren Positionen abwechseln. Bei diesem System stellt sich die Mannschaft im Prinzip automatisch auf, wäre da nicht die Ankündigung Röslers ein bisschen zu rotieren. Das könnte übrigens auch bedeuten, dass Raphael Wolf noch einmal in der Kiste steht. Wahrscheinlicher ist aber, dass Flo Kastenmeier heute amtiert und Wolf am Mittwoch im Pokal gegen RWE.

Ziehen wir also die Rotation in Betracht, dann wäre folgende Startaufstellung denkbar und sinnvoll:

So könnte das ein 4-3-3 gegen Pauli aussehen

Wie gesagt: Drei echte Stürmer sind möglich; und die Kombi aus Hennings, Karaman und Kownacki wäre auch mal etwas, das auszuprobieren sich lohnt. Christoph Klarer sollte unbedingt spielen, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen, er könnte das rechte Ende der Viererkette bilden, denn AV hat er früher schon gespielt. Cello Sobottka als Sechser wäre der Rotation geschuldet und würde helfen, ihn nicht zu frustrieren. Eddie Prib kann eine Pause gebrauchen, Leonardo Koutris ist noch nicht fir genug für 90 Minuten. Da wäre es auch ein lustiges Experiment, die Youngster Shinta Appelkamp und Kelvin Ofori als Achter zu positionieren, die nach Belieben rochierchen könnten.

Zum Einwechseln bietet sich nicht nur Koutris (für Appelkamp oder Ofori) an, sondern vor allem auch Kuba Piotrowski (für Ofori, falls es ein bisschen defensiver werden soll) sowie natürlich auch Kristoffer Peterson, Tony Pledl (wenn aus dem 4-3-3 ein 4-4-2 oder 4-3-2-1 werden soll) und Alfredo Morales (für Sobottka) – jeweils positionsgetreu.

Der Tipp

Ach ja, geht der Matchplan auf und sind die Paulianer immer noch von der Rolle, riecht es nach einem netten 2:1 für F95. Eine Niederlage wäre deprimierend, und mit einem Unentschieden gäbe es auch enttäuschte Gesichter. Aber, wir sind Fortuna, wir können nicht nur alles, wir können auch mit jedem Ergebnis umgehen … irgendwie.

1 Kommentar

  1. MagierTom am

    Das wäre mal sehr offensiv aufgestellt. Mir gefällt es und würde Pauli vor große Probleme stellen. Gerne auch Karaman auf der Bank starten.

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