Als unheilbarem Romantiker ist Ihrem äußerst Ergebenen der Pokal selbst in dieser Saison wichtiger als der Klassenerhalt. Als Realist muss er die Sache natürlich anders sehen. Und trotzdem: Heute in Völklingen gegen den 1. FC Saarbrücken zu gewinnen und damit ins Halbfinale des DFB-Pokals 2019/20 einzuziehen, wäre die Krönung. Das ergibt ein Dilemma, dem sich die Coaches stellen müssen, denn der Pokalkampf liegt inmitten einer englischen Woche, die saisonentscheidend sein könnte; am Sonntag müssen unsere Jungs nämlich in Mainz ran, bei einem direkten Abstiegsmitbewerber.

Der Spielplan

Die freundlichen Saarländer führen die Tabelle der Regionalliga Südwest nach 22 Spielen mit 55 Punkten und einem Torverhältnis von sage-und-schreibe 52:17 an. Letzteres kreist das Problem, das die Rotweißen in Völklingen zu knacken haben, ganz gut ein: Sie schießen pro Spiel immer mindestens zwei Tore. Gut, das gegen Gegner in einer nicht besonders stark besetzten Liga. Offenbach wurden fünf Dinger eingeschenkt, TuS Koblenz gleich sieben davon. Die Pokalspiele gegen Regensburg und Köln wurden mit Glück und wildem Durchsetzungswillen gewonnen. Aber nach dem Sieg gegen den Äff-Zeh kassierten die Saarbrückener die einzige derbere Niederlage in der Liga. Gegen Karlsruhe kamen sie dann nach einem 0:0 im Elferknallen weiter. Deren wichtigsten Spiele dürften Tormann Batz und Torjäger Jacob sein. Mit Kianz Froese tritt ein Fortune beim FCS an und vorne als weiterer F95-Sproß Tim Golley.

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Wie die Ergebnisse zeigen, treten die Saarländer gegen vermeintlich unterlegene Gegner sehr offensiv an und suchen den Torschuss von der ersten Minute an. Im Pokal sah das anders aus: Hier agierten sie mit zwei sich gegeneinander verschiebbaren Viererketten und den beiden Offensiven als pressende Störer. In solchen Situationen treten die Regionalligisten äußerst diszipliniert auf. Das bedeutet für die Fortunen, dass mit Geduld gearbeitet werden muss, dass sie sich an Torschüssen langsam und konzentriert herantasten müssen. Gegen die eher robusten als schnellen Stürmer der Südwestler muss unsere Verteidigungskette jederzeit kompromisslos vorgehen.

Das System und die Aufstellung

Wie das gelungene Pokalexperiment in Kaiserslautern gezeigt hat, gibt es keinen Grund, gegen einen vermeintlichen leichten Gegner vom 3-5-2 abzurücken, wobei die Außen der Fünferkette möglicherweise deutlich höher stehen werden als sonst, so dass das System bisweilen wie ein 3-4-3 aussehen könnte. Was die Startaufstellung angeht, muss das Trainerteam aber eben doch die Liga im Blick behalten, was im Klartext heißt: Mindestens drei Kicker MÜSSEN geschont werden, zwei weitere könnten eine Pause vertragen.

Mit anderen Worten: Kenan Karaman, der im Dezember dem Tod von der Schüppe gehopst ist, sollte unbedingt ruhen. Valon Berisha mit seinem hohen Energieeinsatz nach nur geringen Einsatzzeiten in Rom ist ebenfalls ein Kandidat für eine Pause. Ähnliches gilt für Markus Suttner, der vielleicht auch lieber draußen bleiben sollte. Für diese Kollegen gilt, dass sie in den Ligaspielen zu wertvoll sind, als dass man Auslaugung oder gar Verletzungen riskieren sollte. Will Uwe Rösler – was absolut nachvollziehbar wäre – weiter auf Adam Bodzek setzen, sollte er auch ihm eine Pause gönnen. Und schließlich wäre es vielleicht auch für Matthias Zimmermann mal Zeit für ein bisschen Regeneration.

Damit kommt hinten links wieder Niko Gießelmann auf die Wiese. Den Part von Bodzek übernimmt Alfredo Morales, während Käpt’n Oliver Fink anstelle von Berisha das Tandem mit Kevin Stöger bildet. Links sollte Erik Thommy für Wirbel sorgen, rechts am ehesten Steven Skrzybski, und vorne könnten die Verantwortlichen dem wilden Kelvin Ofori an der Seite des besonnenen Rouwen Hennings einen Startelfeinsatz gewähren. Noch mehr Rotation könnte Jean Zimmer bringen, der dann den rechten Flügel der Fünferkette geben müsste. Daraus ergibt sich folgendes Bild:

So könnte es gegen den 1. FC Saarbrücken gehen.

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