[Gelöst] Düsselquiz 51: Längst vergangene Zeiten

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Wer jünger ist als 35 Jahre oder noch nicht so lange in Düsseldorf lebt, kann sich kaum vorstellen, welch massive strukturelle Veränderungen die Stadt zwischen ungefähr 1965 und 1980 durchlaufen hat. Man kann auch sagen: Düsseldorf 1975 war eine völlig andere Stadt – in mehreren Viertel existierten große Fabriken, auch der Schwerindustrie. Leider gibt es nur wenige öffentliche Hinweise auf diese Vergangenheit. Eine findet sich auf dem Foto zu diesem Düsselquiz. Darauf beziehen sich die Fragen:

1. Wo genau hängt dieses Relief: Im hinteren (Süd-Ost) Eingang zum Hauptbahnhof (Bertha-von-Suttner-Platz)
2. Woran genau erinnert es: An die Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke AG

Google-Map: Bertha-von-Suttner-Platz

Google-Map: Bertha-von-Suttner-Platz

Gleich vier Leser haben die korrekte Lösung eingereicht, wobei sich die Beiträge nur in der Genauigkeit unterscheiden. Fest steht, dass sich einst im Südosten des Hauptbahnhofs insgesamt drei Hallen der Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke AG befanden. Das Werksgelände dehnte sich entlang der Kölner und der Eisenstraße bis fast an den Oberbilker Markt aus, wo sich der Hauteingang befand. Das Werk gehörte zur Unternehmensgruppe der Familie Poensgen, die im 19. Jahrhundert aus der Eifel nach Düsseldorf kam und einen bedeutenden Anteil an der Umwandlung der Stadt von einem verschlafenen Residenzort zu einer echten Industriemetropole hatte.

Das Werk hinterm Bahnhof stammt aus der Gründerzeit, gehörte zunächst Albert Poensgen und hieß schlicht „Röhrenwerk I“. Bis weit in die Siebzigerjahre hinein war es ebenso in Betrieb wie insgesamt siebenundzwanzig(!) weitere große Werke der Stahl- und Eisenindustrie. Der Industriegürtel in diesem Teil der Stadt erstreckte sich von der Bahnfofrückseite quer durch Oberbilk und Flingern bis nach Lierenfeld. Weitere große Fabriken bestanden in Rath (Mannesmann und Sack) sowie linkrheinisch zwischen Oberkassel und Lörick. Das Röhrenwerk I wurde bis 1980 abgerissen und komplett abgetragen, sodass eine große Brache entstand, die vor allem für mehr Wohnungen in Oberbilk genutzt werden sollte. Außerdem wurde dem Hauptbahnhof während seines Komplettubaus zwischen 1980 und 1985 ein Ausgang nach Oberbilk spendiert. Wieviele Reliefs genau im Verwaltungsgebäude des Röhrenwerks I existierten, ist nicht bekannt; die zwei am Hauptbahnhof angebrachten sind jedenfalls erhalten geblieben.

Hauptpreis ist dieses Mal wieder ein Bierpunkt. Der kann gegen ein lecker Gläschen Altbier oder ein Wässerchen gemeinsam mit dem Rätselonkel in einer der hiesigen Hausbrauereien nach Absprache eingelöst werden. Verlost wird der Bierpunkt unter allen Leserinnen und Lesern, die bis einschließlich Freitag, 15.09. um 18:00 hier unter diesem Artikel einen sinnvollen Lösungsvorschlag als Kommentar abgegeben haben. Es entscheidet unser unbestechliches Excel-Orakel, und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das unbestechliche Excel-Orakel hat den Leser Markus K. als Hauptgewinner ermittelt. Herrzlichen Glückwunsch! Wir würden uns sehr freuen, wenn er seinen gewonnenen Bierpunkt bei einer der nächsten TD-Sprechstunden einlösen würde.

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4 Kommentare

  1. 1) Am Eingang des HBF am Bertha-von-Suttner-Platz, und ich meine auf der linken Seite.
    2) Es erinnert an das Stahlwerk, dass früher östlich des Hauptbahnhofes gestanden hat und ab 1979 abgerissen wurde.

  2. Markus K. am

    Das Relief befindet sich an der Oberbilker Seite des Hauptbahnhofs zwischen dem Büro von SIXT und dem Kassenbereich des Parkhauses.

    Das Relief erinnert an die Stahlindustrie-Betriebe, die an dieser Seite des Hauptbahnhofes bis zu den 80er-Jahren hier beheimatet waren. Daran erinnern auch noch die Straßennamen: Eisenstraße, Stahlstraße und Stahlwerkstraße.

  3. Das ist eins der beiden Eisengießer Reliefs am HBF Südausgang . Ursprünglich hingen die in der Werkshalle des Poensgenschen Stahlwerkes in Oberbilk. Die Erklärungstafeln verweisen auf den ehemaligen Standort des Werkes. Quelle: Ars Publica Düsseldorf

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