[Ungelöst] Düsselquiz 79: Volkes Stimme

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Es ist ja so eine Sache mit den Straßennamen. Einige Straßen und Plätze hießen immer schon so oder beziehen sich auf historische Bezeichnungen von Gemarkungen, z.B. Auf’m Hennekamp. Andere wurden durch Beschlüsse der Organe nach Persönlichkeiten benannt, z.B. der Bertha-von-Suttner-Platz. Und wieder andere wurde benannt, ohne dass man auf Volkes Stimme gehört hätte, z.B. der Karlplatz. Weil aber Bürger der Stadt nicht lockergelassen haben, hat man diesen einzigartigen Marktplatz dann doch wieder so genannt, wie er bei den Eingeborenen immer schon hieß: Carlsplatz. Aber, es gibt noch einen zweiten Fall in einem sehr besonderen Stadtteil Düsseldorfs, wo sich die Bewohner durchgesetzt haben. Da heißt ein Platz jetzt genau so wie ihn die Leute immer schon genannt haben.

Frage: Wie heißt dieser Platz?: De Blääk in Kappeshamm

Drei TeilnehmerInnen haben sich an der Lösung versucht. Alle lagen falsch. Wobei zwei andere Plätze genannt wurden, die ebenfalls auf Wunsch der Bevölkerung ihren Namen bekamen – beide trugen zuvor jedoch gar keinen eigenen Namen: das Friedensplätzchen in Unterbilk und er Rudolf-Lupp-Platz in Derendorf. Offiziell hatte das Dreieck bei St. Blasius im schönen Kappeshamm auch nicht immer einen Namen; in diversen Stadtplänen hieß das Stück mal Hammer Dorfplatz, Hammer Kirchplatz oder Hammer Marktplatz; nur die Bezeichnung Hammer Kirchplatz schaffte es zu Kaisers Zeiten mal auf ein Straßenschild. Die Eingeborenen von Hamm störte das alles wenig – sie nannten diesen Dorfanger seit Alters her „de Blääk“. Das Verb „blääke“ bedeutet auf Hochdeutsch „bleichen“, also war an dieser Stelle eben die öffentliche Wäschebleiche. Schließlich gab es hier schon lange einen Brunnen, und das Dreieck war immer schon eine Wiese. Früher hat man ja, Leinentücher und Weißwäsche nach dem Waschen einfach in der Sonne auf Gras ausgelegt, um ihr den Grauschleier auszutreiben. Gewerbsmäßig taten das die Waschfrauen, und die wahren wohl auf de Blääk die absoluten Herrscherinnen. Am 30. Mai 1996 beschloss also die zuständige Bezirksvertretung, der Platz bei St. Blasius solle nun hochoffiziell den Namen „De Blääk“ tragen.

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