Wenn in den Fünfzigerjahren ein Haus abgrissen wurde, um moderneren Gebäude Platz zu machen, hat man den ganzen Summs einfach auf der Trümmerkippe verklappt. Nur ein paar Verrückte machten sich die Mühe, zwischen den Steinen nach Kostbarkeiten der Handwerkskunst zu suchen, nach schönen Türen und Beschlägen, Fenstern und Klinken, Schmucksteinen und ähnlichen Dingen. Ein Ihrem Rätselonkel persönlich bekannter Mensch wurde mit dem Aufarbeiten und Verkaufen solcher Fundstücke in den Siebziger richtig reich. Nun ist ja nicht alles, was alt ist auch schön und wert aufbewahrt zu werden. In Düsseldorf gab es aber in den vergangenen vierzig Jahren einen geradezu vorbildhaften Fall von Recycling: Was an einem abgetragenen Bauwerk nicht mehr benötigt wurde, verpflanzte man an eine andere Stelle, wo es wieder eine wichtig Funktion erfüllte. Tipp: Es handelt sich um etwas Längliches aus Metall.

1. Woher stammten die wiederverwerteten Dinge: von der alten Oberkasseler Brücke
2. Wo findet man sie heute: am Rand der Ständehausanlage an der Haroldstraße

Alte Oberkasseler Rheinbrücke (Foto: Rainer Bartel, ca. 1970)Leider lagen alle Mitrater falsch, wobei die Spuren verheißungsvoll klangen. Gemeint waren aber die Geländer der alten Oberkasseler Brücke, die bekanntlich 1973 zugunsten der neuen Schrägseilbrücke abgerissen wurde. Man erinnert sich: Die neue Brücke wurde rund hundert Meter stromaufwärts errichtet während der Verkehr weiter über die alte, nach dem Krieg ab 1948 gebaute Kastenbrücke lief. Als die Neue fertig war, wurde der Verkehr auf sie umgeleitet und die „Dauerbehelfsbrücke“ angerissen. Anschließend kam es dann zur grandiosen Brückenverschiebung. Während die groben Teile der Alten in der Eisenindustrie des Ruhrgebiets recyclet wurde, montierte man Teile der alten, schmiedeisernen Brückengeländer am Rand der Ständehausanlage an der Haroldstraße, wo es zuvor keine Umzäunung gab, sodass die Enten nicht selten über die Straße wackelten. Die Haroldstraße selbst war erst zur Eröffnung der Rheinkniebrücke 1969 zur Schnellstraße mutiert und stark verbreitert worden.

Inspiriert wurde Ihr ergebener Rätselonkel durch zwei Herren, die folgerichtig nicht mitraten dürfen – sie kennen ja die Lösung. Der Hauptpreis ist dieses Mal ein historischer Stadtplan von Düsseldorf. Der wird per Excel-Orakel unter allen Leserinnen und Lesern verlost, die hier eine (sinnvolle) Lösung per Kommentarfunktion einreichen. Einsendeschluss ist Aschermittwoch (10.02.2016) um 17:00 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

[Foto: Matthias Neugebauer per Flickr]

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5 Kommentare

  1. Rocky Raccoon am

    Der Pylon („Radschläger“), der von der Fischerstr. zum Flughafen verschafft wurde?

  2. Lothar G. am

    Die Flossi`s im Hafen !
    Wurden nach meinem Wissen vorher auf einer Düsseldorfer Messe präsentiert. (K?)

  3. DüseldorferanderElbe am

    Schon gesagt: Rheinstadion (Abriß 2002). Blockschilder und Sitzschalen wurden weiterverwendet (u.a. Paul-Janes-Stadion).
    Hammer Eisenbahnbrücke: November 1947 (Austausch und Reparatur; Südliche Brücke in Nördliche Brücke eingefügt). Neubau anstelle der abgerissen Südbrücke (84 bis 87): Nordbrücke abgerissen, Brückentürme der nördlichen Brücke blieben erhalten (Einzug: Verein Bergische Lehnsritter e. V..).
    Gebäude mit Wiederverwertung??

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