Gesucht war Unterbilk, das entstand, nachdem die Bahnlinie Düsseldorf-Neuss Bilk zerschnitt

Rätsel· …entsteht nicht immer durch Eingemeindung, sondern manchmal durch Zellteilung. Das war vor langen Jahren beim heute gesuchten Stadtteil der Fall. Grund für die Teilung war eine technische Innovation. Heute ist dieser Stadtteil in vielerlei Hinsicht sehr beliebt. Außerdem stehen dort einige bemerkenswerte Bauwerke. [Lesezeit ca. 2 min]

Frage: Welcher Stadtteil ist gemeint: Unterbilk

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Man weiß ja: Bilk ist viel älter als Düsseldorf (799 erstmals urkundlich erwähnt) und war auch nach der Stadterhebung Düsseldorfs noch wesentlich bedeutender. Dass Bilk 1384 eingemeindet wurde, hatte strikt politische Gründe; die Bilker waren darüber nicht besonders glücklich. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebiet zwischen Bilk und der Altstadt erschlossen und einfach „Neustadt“ genannt. So hieß Unterbilk auf Stadtplänen noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

1854 wurde linksrheinisch die Bahnstrecke von Oberkassel (Bahnhof am heutigen Belsenplatz) zur sogenannten „Rheinstation“ eröffnet. Weil die Preußen aus militärischen Gründen möglichst wenige Brücken wollten, wurde dort ein Verladeplatz eingerichtet, von dem aus die Waren per Fähren und Kähnen auf die rechte Rheinseite gebracht wurden. Dort konnten sie dann umgeladen werden und über eine Stichstrecke zur 1845 in Düsseldorf eröffneten Köln-Mindener-Strecke gebracht werden. Diese Stichstrecke teilte das alte Bilk nun von der ehemaligen Neustadt ab, die 1890 offiziell zum Stadtteil Unterbilk erklärt wurde.

Die Streckenführung zwischen Düsseldorf und Neuss änderte sich mit der Eröffnung der Hammer Eisenbahnbrücke im Jahr 1870; noch heute ist die S-Bahnstrecke vom Bahnhof Bilk über den Rhein und durch den Neusser Hafen bis zum Neusser Hauptbahnhof identisch mit der alten Strecke. Der Bahnhof Oberkassel blieb jedoch als Güterbahnhof bestehen, allerdings als Sackbahnhof. Personenverkehr von und zum Oberkasseler Bahnhof gab es über die folgenden rund 90 Jahre immer wieder über gewisse Zeiträume.

Unterbilk wurde aber durch die Nähe zur Eisenbahn zu einem wichtigen Produktionsstandort. Unter anderem reihten sich zwischen Färberstraße im Osten und dem Hafen mehrere Papier- und Kartonagenfabriken sowie mehrere Farbenwerke und Teppichwirkereien aneinander. Die Lausward, die zu Unterbilk gehört, wurde nicht nur zum Platz der ersten Pferderennbahn in der Stadt, sondern auch zum Standort eines Kraftwerks. Mit dem Bau der Kniebrücke und folgend dem Bau des Rheinturms, des NRW-Landtags und des Stadttors änderte sich der Charakter des Viertels enorm; noch bis in die Siebzigerjahre galt Unterbilk als eher schmuddelig und düster – heute ist die Lage besonders bei Wohlverdienenden sehr beliebt.

Von neun Teilnehmenden gaben sechs die korrekte Antwort; zwei Rätselfreunde tippten auf den Hafen als neuem Stadtteil, einer auf Flingern.

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