War wohl nicht gut formuliert und deshalb nicht einfach – aber, das Rätsel wurde gelöst

Rätsel· Rätsel rund um Straßennamen hatten wir ja schon öfter, und sie erfreuen sich bei der Düsselquiz-Gemeinde einiger Beliebtheit. Heute geht es um Straßennamen mit Partikeln, also so etwas wie „Am Turnisch“ oder „Hinter den Höfen“. Eine solche Kombination als ortsbeschreibende „Vorsilbe“, die im Straßenverzeichnis insgesamt sieben Mal vorkommt, hat nicht nur eine orthografische Besonderheit, sondern der Partikel kann verschiedene Bedeutungen haben, die auf den Ursprung des jeweiligen Straßennamens hinweise. Das Studium des Straßenverzeichnisses wird dringend empfohlen. [Lesezeit ca. 2 min]

Frage: Welche „Vorsilbe“ ist gemeint? Welche Bedeutungen kann sie haben? Lösung: „Auf’m“ = auf einem Feld, auf einem Berg

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Mehrere Lösende haben zur Recht angemerkt, dass die Fragestellung unpräzise war. Ihr / Euer Rätselonkel möchte sich dafür aufrichtig entschuldigen. Und trotzdem haben es elf der zwölf Teilnehmenden richtig gelöst. Respekt! Es ging also um den vorderen Teil eines Straßennamens, meist also eine lokale Präposition. Die gesuchte Präposition „Auf’m“ taucht sieben Mal im Verzeichnis auf, das gilt aber auch für „In der“ und „Auf den“; in diesen beiden Fällen ist orthografisch aber nichts zu beanstanden. Übrigens ist „auf“ eine Präposition, die tatsächlich um ein „s“ erweitert werden darf; „aufs“ ist laut Duden genauso korrekt wie „im“ und „am“ oder auch „ins“ und „ans“ – da wird nicht mit Apostrophen hantiert. Das ist bei „auf’m“ anders, denn die Verschmelzung der Präposition „auf“ mit dem bestimmten Artikel „dem“ gibt’s im Duden nicht. Dieser Ausdruck gehört samt Schreibweise zur Umgangssprache.

Die sieben Straßen mit „auf’m“ sind: Auf’m Großenfeld, Auf’m Hennekamp, Auf’m Hitzberg, Auf’m Rott, Auf’m Tetelberg, Auf’m Wettsche und Auf’m Winkel. Beim Hennekamp und beim Großenfeld ist die Sache klar: Die Straße durchquert ein ehemaliges Feld („Kamp“ = „Feld“); beim Hitzberg und beim Tetelberg gibt’s auch kein Vertun. „Auf’m Rott“ lässt sich noch erschließen, den bei einem Rott handelt es sich um ein versumpftes Stück Flussaue. Bei „Auf’m Wettsche“ und „Auf’m Winkel“ versagen meine Interpretationskünste. Interessant, aber nicht verwunderlich ist, dass dieses „Auf’m“ bei Straßennamen im Rheinland und in Westfalen häufig vorkommt – im gesamten niederdeutschen Sprachgebiet natürlich auch. Südlich von Köln finden sich keine Straßennamen mit „auf’m“ mehr; jedenfalls habe ich keine gefunden.

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