Eines der merkwürdigsten Deknmäler auf dem Stadtgebiet Düsseldorfs ist aus grauem Stein und knapp mannshoch. Man steht davor und fragt sich: Hä? DAS soll ein Anlass für einen Gedenkstein sein? Und wundert sich dann auch noch mächtig über den Ort des Denkmals. Nachvollziehen können das Gedenken nur Insassen einer gewissen Bevölkerungsgruppe, die in der Nähe beheimatet sind. Wenn überhaupt…

1. Wo findet sich das Denkmal: Niederkassel, Am Pappelwäldchen (Nähe Minigolfplatz)
2. Woran erinnert es: an ein 25-jähriges Priesterjubiläum

Kaum eine Stelle am Rhein auf Düsseldorfer Stadtgebiet hat sich so verändert wie das Rheinufer zwischen Oberkasseler und Theodor-Heuss-Brücke. Und das obwohl Stelle wie der Tennisclub Grün-Weiß, der Minigolfplatz und die Kleingärten schon sehr, sehr lange dort existieren. Was fehlt ist das Ausflugslokal am Pappelwäldchen, das bis in die Sechzigerjahre existierte. Das namensgebende Pappelwäldchen stand dagegen nur bis Juni 2014 – dann haute es der Orkan Ela in Stücke und hinterließ eine Wiese… Wie dieser böse Sturm ohnehin an den Bäumen auf dem Deich, der offiziell und auf ganzer Länge zwischen den Brücken den Namen „Am Pappelwäldchen“ trägt, erhebliches Unheil angerichtet hat. Deichschützer sagen, dies sei vorteilhaft, denn die teils über achtzig, neunzig Jahre alten Bäume hätten den Deich mit ihrem starken Wurzelwerk ganz schön geschädigt. Wie auch immer: Am Rand der Wiese, die mal das Wäldchen war, steht seit 1987 ein etwa mannshoher Gedenkstein. Die Spitze ähnelt einer Laterne, eingelassen ist eine schwarze Gusseisenplatte mit einer Abendmahlsdarstellung. Weil ich als kirchenferner Mensch nie genau hingeschaut hatte, dachte ich, es könnte an dieser Stelle ein Kloster, besser: eine Klause gestanden haben, an die erinnert werden soll.

Erst dieser Tage unternahm ich es, mal den kaum noch lesbaren Text in der tragenden Säule zu entziffern. Und konnte ein Lachen kaum unterdrücken: Dieses auffällige Ding wurde von „dankbaren Gläubigen“ zu Ehren des 25-jährigen Priesterjubiläums ihres Lieblingspfarrers errichtet. Und zwar an der Stelle, von der aus der immer die Fronleichnams-Prozession anführte. Da muss man drauf kommen… Mir ist nicht bekannt, dass es üblich ist, zu Priesterjubiläen Denkmäler zu errichten und wüsste auch nicht, dass es in Düsseldorf mehr davon gäbe.

Wie immer wird der Hauptpreis unter allen Leserinnen und Lesern verlost, die bis einschließlich Montag, 14.09.2015 um 17:00 einen sinnvollen Lösungsvorschlag hier per Kommentar eingereicht haben. Hauptpreis ist dieses Mal eine vom Chefredakteur bezahlte Runde Minigolf, die gemeinsam mit dem Rätselonkel absolviert wird.

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2 Kommentare

  1. mostertpoettchen am

    Einer der – in meinen Augen – beknacktesten Gedenksteine steht auf dem Staufenplatz in Grafenberg.
    Dort haben sich Komissköppe vom benachbartem, ehemaligem Wehrbereichskomando selbst ein Denkmal gesetzt und dieses auch noch der Stadt gewitmet.

    Wie nett ist das denn ;-))))

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