…ich muss ja wohl nicht betonen, dass wir Düsseldorfer in den Zeiten der Seuche geschlossen hinter euch stehen und alle zusammen auf den Moment hin fiebern, an dem wir wieder in euren Kneipen, Bars, Restaurant, Gaststätten, Wirtschaften und Biergärten einfallen können, um lecker zu essen, fein zu saufen und nett zu quatschen. Aber, das ist für euch sicher gern zu hören, nützt aber nix.

Beeindruckt war ich, wie viele von euch in allerkürzester Zeit jede Menge Kreativschmalz investiert habt, um euer Geschäft wenigstens teilweise am Laufen zu halte. Ich denke da zum Beispiel an das geile Drive-In, das die Brauerei Schumacher an der Oststraße rund ums Latzenbier und seitdem jeden Freitag öffnet. Oder an das Bilker Häzz, das sein schon legendäres Kneipen-Bingo kurzerhand ins Netz verlegte und den virtuellen Gäste schicke Trinkpakete frei Haus lieferte. Auch das Ribtaxi von Düsseldorfs bester Barbecue-Bude, Smoke BBQ, ist eine Reaktion auf die Situation und fährt bei interessierten Essern mit Pulled-Pork-Burger-Bausätzen und anderen Feinheiten aus dem Smoker vor.

Von den vielen, vielen Restaurants ganz zu schweigen, die in Nullkommanix auf Abhol- und Lieferservice umstellten. Besonders hervorzuheben sind natürlich die Gastronomen, die für Menschen kochen, denen es in der Krise nicht so gut geht und/oder durch ihre systemrelevante Arbeit so eingespannt sind, dass sie nicht zum Kochen kommen. Auffällig vor allem, wie rasch viele von euch die Digitalisierung in den Griff bekommen haben. Natürlich bitten die meisten Restaurants und Schnellküchen immer noch um telefonische Bestellungen, aber neue Websites von Speiseanbietern in der Stadt mit digitalen Bestellzetteln sind in den vergangenen Wochen wie Champignons aus dem Boden geschossen.

Sicher, die Kosten laufen weiter, und selbst wer seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt hat, muss irgendwie die laufenden Kosten bestreiten. Da reicht das neue Abhol- und Liefergeschäft in vielen, wenn nicht sogar den meisten Fällen nicht aus. Zumal eben doch nicht wenige sich nolens, volens den bösen Lieferdiensten angeschlossen haben. Ja, es wird Pleiten geben – vermutlich mehr als uns Gästen lieb sind. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich die angedachte Mehrwertsteuersenkung auf 7% als eine langfristige Schutzmaßnahme und bin froh, dass auch gastronomische Betriebe unter den diversen Schutzschirme Platz finden.

Wir wissen, dass Corona irgendwann einmal mehr oder weniger vorbei sein wird. Wir ahnen, dass nichts so sein wird wie es war. Klar ist aber auch, dass wir alle sofort wieder in unsere Stammkneipe, in unsere Lieblingspizzeria an der Ecke oder in die Hausbrauerei unseres Vertrauens rennen werden, sobald es die Umstände erlauben. Bis dahin habe ich mir – obwohl leidenschaftlicher Familienkoch – vorgenommen, wöchentlich wenigstens zweimal Essen bei einem ächten Düsseldorfer Gastronomiebetrieb zu bestellen – einfach so aus Solidarität.

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