In Niederkassel am vorderen Deich gab es ein Ausflugslokal namens „Am Pappelwäldchen“. Gab es das wirklich? Wir klären auf.

Bericht · Heute morgen traf ich auf den Rheinwiesen einen altbekannten Hundefreund, ön ächte Düsseldorfer Jong, geboren in der Flehe, die längste Zeit in Niederkassel gewohnt. Weil der sogar noch ein ganzes Stück älter ist als ich und das Düsseldorf der 50er und 60er bestens kennt, kommen wir regelmäßig darüber ins Gespräch, was mal war und nicht mehr ist. Dieses Mal hatte ich eine ganz konkrete Frage, weil ich nach langen Recherchen schon meinte, mit meiner Erinnerung stimme etwas nicht. [Lesezeit ca. 3 min]

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„Sag mal,“ begann ich, „ich meine, es habe bis in die Sechzigerjahre ein Ausflugslokal namens ‚Am Pappelwäldchen‘ gegeben; unten am Vordeich von Niederkassel, unweit von Kremers Minigolf-Gelände. Kannst du dich daran erinnern?“ Er schmunzelte: „Aber sicher! Das Lokal stand auf Stelzen, damit es bei Hochwasser nicht unter Wasser kam. Unten hatte ein Ruderclub sein Lager; die haben die Boote immer über die Wiese geschleppt und dann im Rhein zu Wasser gelassen.“ – „Ruderclub?“ – „Können auch Kanus gewesen sein.“

Google-Map: Am Pappelwäldchen - ungefährer Standort des ehemaligen Ausflugslokals

Google-Map: Am Pappelwäldchen – ungefährer Standort des ehemaligen Ausflugslokals

Also stimmte es. In den 50ern waren wir wohl ein paar Mal mit den Eltern dort, vermutlich gab’s da Kaffee und Kuchen und ne Sinalco für uns Kinder. Verrückt, dass man in den üblichen Quellen zur Stadtgeschichte nichts über dieses Lokal findet; auch Fotos scheint es nicht zu geben. „Wann wurde das denn abgerissen?“ fragte ich. Er zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung, aber sich noch in den Fünfzigerjahren. Dann stand es noch eine Zeitlang als Ruine, und dann haben sie es weggeräumt.“

Die Stele für den Niederkasseler Pfarrer Norbert Blumberg am Pappelwäldchen (Foto: TD)

Die Stele für den Niederkasseler Pfarrer Norbert Blumberg am Pappelwäldchen (Foto: TD)

Heute heißt der ganze Weg auf dem Vordeich zwischen Oberkasseler und Theodor-Heuss-Brücke „Am Pappelwäldchen“, tatsächlich gehört der Name einem Geviert von ungefähr 40 mal 50 Metern, das bis zum Pfingststurm Ela tatsächlich ein Wäldchen mit mehr als dreißig, teils recht alten und dicken Pappeln war. Der Orkan riss diese bis auf sechs nicht ganz so alte Bäume um, und erst 2016 begann eine Art Aufforstung. Heute stehen etwa zwölf junge Bäume, darunter auch Pappeln, auf einer räudigen Wiese, die mit Pfählen und Steinen von den umgebenden Wegen abgetrennt sind.

An der Südostecke haben dankbare Katholiken eine Stele für ihren langjährigen Pfarrer Norbert Blumberg aufgestellt und das aus gutem Grund: Das Pappelwäldchen war/ist traditionell Startpunkt der Fronleichnamsprozession. Ansonsten hat der ehemalige Standort des Ausflugslokals „Am Pappelwäldchen“ keine Funktion mehr.

2 Kommentare

  1. Gisela Kruchen am

    Ich erinnere mich an das Lokal „Am Pappelwäldchen“, obwohl ich damals noch sehr klein gewesen sein muss. Ich kam mit den Erwachsenen über die Rheinwiesen, und dieses Lokal lag – für mich – hoch oben auf dem Deich bei den dunklen Pappeln. Für mich schien das viel zu hoch gewesen zu sein, denn ich hatte keine Lust den Aufstieg da hinauf anzugehen.

  2. Dieter Petzold am

    Ich hab das Foto des Restaurants…LG Dieter Petzold

    Zu sehen auf der Seite DÜSSELDORFER GESCHICHTE

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