Die 7 schönsten Wälder der Stadt (5): Grafenberger Wald

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Man kann auch sagen: Der Grafenberger Wald ist der zivilisierte Bruder des Aaper Waldes, die aus Sicht der Düsseldorfer eine untrennbare Einheit bilden. Tatsächlich aber gibt es eine klar definierte Grenze: den Rolander Weg und die Rennbahnallee. Das heißt um Umkehrschluss: Der Grafenberger Wald liegt östlich von Rath und Grafenberg, nördlich von Gerresheim und eben südlich des Aaper Waldes. Der größte Teil dieses Forstes befindet sich auf dem Gebiet des kleinen, feinen Stadtteils Ludenberg. Zivilisierter ist der Grafenberger Wald, weil er ab den Fünfzigerjahren systematisch zum Naherholungsgebiet umfunktioniert wurde. Den Wildpark, den gut ein Drittel seiner Fläche ausmacht, hat man als Gehege für heimische Waldtiere allerdings schon 1927 angelegt.

Google-Map: Grafenberger Wald

Google-Map: Grafenberger Wald

Auch die meisten Wege im Wald stammen aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Einige davon hat man aber später verbreitert und mit Schotter befestigt. Außerdem wurden mehrere Spielplätze im Forst angelegt – berühmt sind die Plagberg- und die Hirschburgwiese, die seit einiger Zeit mit robusten, hölzernen Spielgeräten ausgerüstet sind. Legendär dagegen die extreme Rodelbahn auf der Westseite, von der schon Düsseldorfer Literaten und Journalisten seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts zu berichten wussten, und die bis in die Sechzigerjahre hinein sogar Todesopfer forderte – heute ist sie entschärft. Im Zuge der Trimm-dich-Welle der frühen Siebzigerjahre hat man dann auch einen Trimm-dich-Pfad angelegt. Primitive Holzgeräte und im Stile der Zeit illustrierte Anleitungen auf grünen Schildern finden sich noch heute; vor ein paar Jahren hat man moderne Geräte und neue Tafeln ergänzt.

Übersichtskarte des Forstreviers Mitte

Übersichtskarte des Forstreviers Mitte

Die drei markierten Wege sind allesamt Rundwege, einer davon ein Waldlehrpfad. Vom Förster geführte Exkursionen starten in der Waldschule, die sich im Wildpark befindet. Schulen und Kindergärten können diese in der milden Jahreszeit täglich stattfindenden Führungen buchen – für andere Gruppen gibt es sie nur auf Anfrage. Der Grafenberger Wald hat viele Zugangspunkte, drei davon sind gut mit dem Auto zu erreichen: der Parkplatz des Wildparks an der Rennbahnstraße, die Parkplätze an der Fahnenburgstraße und der Staufenplatz. Der Staufenplatz ist bestens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen; der Anstieg in den Wald befindet sich links vom Seniorenheim mit dem Jan-Wellem-Brunnen. Die U73, U83 und die 709 halten an der Haltestelle Auf der Hardt / LVR-Klinikum; schräg gegenüber führt der Trotzhofweg in den Forst.

Apropos: Weiter oben an der Rennbahnstraße gibt es seit vielen, vielen Jahren eine Wirtschaft namens „Zum Trotzkopf“, einer Verballhornung des Namens „Trotzhof“. Leider hat die Führung des Hauses nach einigen Jahrzehnten der Stabilität häufig gewechselt, nicht immer zum Guten. Zurzeit findet sich im Trotzkopf ein mediterranes Restaurant namens „El Beso„. Ansonsten ist der Wald frei von weiterer Gastronomie, sodass man gut daran tut, Proviant mitzunehmen, wenn man beispielsweise den großen, rund dreistündigen Rundweg gehen will.

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