Analyse · Über das zumindest in Teilen respektable 2:5 gegen die kanadisch-slowenische Auswahl aus Bremerhaven war hier zuletzt bereits berichtet worden. Es folgten ein in jeder Beziehung desaströses 1:8 beim Tabellenführer in Berlin und ein Horrorbeginn gegen Köln: 0:1 nach wenigen Sekunden, 0:2 mit dem zweiten Schuss, 0:3 nach acht Minuten. Danach wurde es besser, eher: weniger schlimm, aber zur letzten Sirene stand halt doch ein 3:6 auf dem Videowürfel. Drei Spiele in acht Tagen mit 0 Punkten und 6:19 Toren. Addiert man die drei Spiel davor noch dazu, bleibt es bei 0 Punkten und die Torbilanz desolatisiert sich auf 9:28. Dies darf als veritable Krise bezeichnet werden. Analyse ·

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Torhüter-Problem?

Und da fracht man sich doch: Wöran hät et jeleje
? An den Torhütern? Fiese Frage, so gleich zu Beginn. Sicher, die jungen Hendrik Hane und Marko Pantkowski sind gewiss nicht das stärkste Duo der Liga – nur hat dies auch niemand von ihnen erwartet, und man sollte zudem nicht vergessen, dass die beiden nun auch noch das Erbe eines gewissen Mathias N. anzutreten haben, der aktuell in Berlin genauso herausragend spielt, wie er es die letzten Jahre in Düsseldorf getan hat – das macht den Kontrast noch etwas deutlicher. Egal, die beiden müssen es jetzt rocken, und zur neuen Saison kann immer noch neu überlegt werden, ob es nicht auch den beiden helfen könnte, einen Routinier an ihrer Seite zu haben, der etwas Druck wegnimmt.

Der Abwehr ist es nämlich nur unzureichend gelungen, Druck von den Schnappern zu nehmen. Über die 24 Spiele gesehen war eigentlich nur Nicholas B. Jensen konstant solide bis gut, in gewisser Weise vielleicht auch noch der nachverpflichtete Kyle Cumiskey, der im zarten Alter von 34 aber nicht unbedingt als Hoffnungsträger für die Zukunft anzusehen ist. Ansonsten überwiegen im Defensivbereich die Probleme deutlich: Marc Zanetti und Johannes Johannesen sind mit langwierigen Verletzungen seit Wochen und für den Rest der Saison außer Gefecht, Marco Nowak und Bernhard Ebner spielen weit unter ihren Möglichkeiten. Sehr weit.

Abwehr-Problem?

Der junge Nicolas Geitner bekommt so mehr Eiszeit, als vor der Saison zu vermuten war und baut bei allem unübersehbaren Talent leider noch ziemliche Bolzen ein. Inwieweit der kurz vor Ende der Transferphase als sechster Verteidiger mitten in die Krise hinein verpflichtete Jan Brejcak wird helfen können, wird sich noch erweisen müssen. Für den Moment, vulgo: die kommenden 14+ Spiele, wäre es jedenfalls extrem hilfreich, wenn Nowak und Ebner wieder das spielen, was sie eigentlich können und Herrn Jensen nicht ganz so alleine lassen würden. Um das mal an Zahlen deutlich zu machen: Jensen hat sechs Tore erzielt, die anderen sieben eingesetzten Verteidiger addiert zwei. Viel zu wenig.

Offensiv hat die DEG die Saison bockstark angefangen, nur um dann ebenso rasant nachzulassen. Daniel Fischbuchs Bilanz ist noch immer hervorragend (24 Spiele/27 Punkte), Alex Barta ist halt Alex Barta (24/19), aber dann … überwiegen die Probleme auch hier: Kenny Olimb hat für seine Verhältnisse jämmerliche zwei Treffer erzielt, Matt Carey maue drei (und die gefühlt alle im Powerplay). Das reicht schlicht nicht, wobei man sich allerdings schon auch die Frage stellen darf, ob es so sinnvoll ist, Carey trotz Verletzung anderer in der etwas defensiveren dritten Reihe zu lassen und statt seiner Alexander Ehl in die Top 6 zu befördern, auch wenn der es dort ordentlich gemacht hat.

Angriffs-Problem?

Denn eigentlich steht in der Stellenbeschreibung der Ausländer im Sturm, dass sie zuverlässig zu punkten haben, und gemessen hieran sind sowohl Olimb (super Typ, nicht missverstehen!) als auch Carey in dieser Saison Enttäuschungen. Gleiches gilt übrigens für Maxi Kammerer, der sich irgendwie halbgar durch die Saison nowakt und ebnert und der vielleicht einfach mal die Reihe wechseln sollte. Kammerer – Olimb – Flaake und in der ersten Reihe dann Carey (oder sogar From?) – Barta – Fischbuch – warum eigentlich nicht, zumindest versuchen könnte man es mal. Schlechter als 0 von 18 und 9:28 wird es sicher nicht.

Und vielleicht platzt ja auch bei einem der jungen Angreifer (Eder, Ehl, Jahnke, From) noch der Knoten – zu Saisonbeginn hatte man da am ehesten Charlie Jahnke auf dem Zettel, mittlerweile hat sich aus dieser Bande Alexander Ehl ein wenig nach vorne gespielt. Dass sie es können, haben sie alle schon gezeigt. Bleiben die soliden Karachun, Alanov, Svensson und Buzas. Die machen ihren Job unaufgeregt, aber die Unterschiedsspieler sind sie nicht, das müssen schon die Herren vom Absatzbeginn sein. Einige Probleme also.

Platz 6 ist es nach dem Ende der Nord-Runde daher auch nur geworden, und die wunderschöne DEG steht vor der Herkulesaufgabe, in den folgenden 14 Spielen gegen die mutmaßlich stärkeren Süd-Gegner sechs Punkte aufzuholen, um sich irgendwie noch in die Playoffs zu wurschteln. The trend ist hierbei nicht eben our friend. Zum Auftakt kommt direkt das Starensemble des bayerischen Ablegers des Kaugummifabrikanten aus Fuschl am See an den Rhein – viel Feind, viel Ehr. Oder viel Gegentor.

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